So, nun schaffe ich es endlich mal, etwas über meine Reise zu schreiben. Allein schon der Flug nach Christchurch war schönen, Neuseeland sieht aus der Luft einfach Traumhaft aus. Wunderschöne Buchten, herrliche Berglandschaften und gezuckerte Gipfel.
Aber der Anfang hier ist ganz schön schwere. Der Jetlag ist recht heftig ausgefallen, da ich während des Flugs kaum schlafen konnte. Und auch an die Backpacker Mentalität muss man sich zuerst gewöhnen. Das erste Hostel, in dem ich war, war sehr unpersönlich und viele Leute bleiben dort nur für eine Nacht. Generell kommt man in den Hostels mit sehr vielen Europäern in Kontakt, vor allem Engländer und Deutsche. Im Moment woh
ne ich in einer Art WG 100m entfernt vom Strand.
Christchurch an sich ist eine schöne Stadt. Viele Gärten und Parks, schöne Einkaufspassagen (auch wenn ich nicht so gerne zum Shoppen gehe) und gute öffentliche Verkehrsmittel. Die Stadt ist sehr stark Englisch geprägt, es sind zum Beispiel viele Straßen nach englischen Orten benannt. Es fallen auch einige Dinge auf, die man aus Deutschland nicht so gewohnt ist. So gibt es extrem viele Wasserspender, öffentliche Toiletten und es gibt überall Bänke zum hinsetzen.
Auch die Berge hinter Christchurch sind sehr schön zum trampen, wie die Neuseeländer zum wandern sagen. Es gibt traumhafte, fast alpin anmutende Tracks, die sehr einfach von der Stadt aus zu erreichen sind. Hier sind vor allem die Aussicht und die ungewohnte Vegetation positiv zu erwähnen.
Letzte Woche habe ich jetzt ein paar Leute zum Klettern kennen gelernt, ein bunt gemischter Haufen aus allen Teilen der Welt. Es ist durchaus schön, wenn man mal wieder so richtig abhängen kann
. Die Felsen zum Kletten sind hier genial. Es ist weniger als eine halbe Stunde von der Stadtmitte entfernt und man muss nicht weit laufen (echtes Sportklettern eben *g*).
Hier in Neuseeland ist Traditional Climbing sehr weit verbreitet, dass heißt man muss viele Routen selbst absichern. Es gibt aber auch genug abgesicherte Routen. Nichts desto Trotz ist der Fels einfach nur super. Das Vulkangestein ist sehr griffig und wird (im Vergleich zu Kalkstein) nicht speckig. Aufgrund der guten Strukturierung des Fels sind die Routen jedoch meisten sehr steil (oder Überhängend) und man benötigt viel Kraft zum Klettern. Aber da hilft nur üben, üben bis die Finger bluten.
Man hat in Christchurch nicht nur Berge vor der Haustür, sondern auch das Meer. Es gibt Kilometerlange Sandstrände, im Moment sogar nur wenige hundert Meter von der Unterkunft entfernt. Zum Surfen bin ich leider noch nicht gekommen, folgt aber hoffentlich in den nächsten Tagen
Aber es gibt auch noch etwas anders zu tun, als zu Kletten und die Landschaft anzuschauen. Und ich muss sagen, einen Job zu finden ist ziemlich anstrengend und zeitraubend. Heute hatte ich mein erstes Bewerbungsgespräch. Ist eigentlich ganz gut gelaufen, aber ich muss nochmal kommen und nochmal ein Gespräch mit dem CEO durchführen, der im Moment in den USA unterwegs ist. Ich konnte (zumindest meiner Meinung nach) die meisten Aufgaben und Fragen ganz ordentlich beantworten. Ist eigentlich ne ziemlich coole Sache, wie ich zu dem Bewerbungsgespräch gekommen bin. Auf der Homepage der Firma gibt es ein Programmier-Rätsel, wenn man das löst, kann man sich bewerben (http://www.telogis.co.nz/quiz.php, wer es ausprobieren möchte). Und einen Tag später hab ich eine E-Mail mit der Einladung zum Interview bekommen.
Ansonsten hab ich es bei einer Zeitarbeitsfirma probiert. Es gibt dort einige Stellenangebote, es hängt jedoch von den Arbeitgebern ab, ob ich zum Interview kommen soll. Prinzipiell ist es jedoch nicht so einfach, da ich nur ein Work- and Holiday-Visum habe. Und die Arbeitgeber hier wohl eher Kiwis oder Personen mit dauerhafter Arbeitserlaubnis einstellen.
Aber ich Denke irgend etwas wird sich schon ergeben und solange werde ich einfach die Zeit hier genießen.